Randnotizen29. April 2016

Vorher und nachher

DIE TOTEN, DIE DICH SUCHEN heißt Judith Kriegers 6. Fall. 434 Seiten habe ich kürzlich an meinen Verlag geschickt. Auch das Cover existiert schon. Und ein Dummy des Buchs – das Sie auf diesem Foto sehen. Vorher und nachher. Immer wieder ist das faszinierend. Auch bei diesem achten Roman wieder.

Wie das Schreiben ist:
Zuerst ist da nur eine vage Idee. Ein erster Funke, der mich nicht mehr loslässt. Wilde Notizen in Heften, auf Zetteln, am Whiteboard. Ein erster Handlungsentwurf nimmt Form an, ein paar erste Seiten. Tragen sie? Nein. Ich verwerfe sie wieder, fange von vorn an. Figuren - nie gekannt, nie geahnt – beginnen zu sprechen, lassen mich nicht mehr los. Tragen sie diesen Roman? Passen sie zu Kommissarin Judith Krieger, die nach vier Jahren nach Köln zurückkehrt? Verändert auch sie. Gereift. Nicht mehr Mordermittlerin, sondern Vermisstenfahnderin. Neu also und im Kern dennoch unverkennbar.

Ich brüte, recherchiere, hadere, brenne ... Und dann, irgendwann, steht ein erster Handlungsentwurf, eine erste Szene, eine zweite und dritte, der Papierstapel wächst, Lektorin, Agent und Ehemann heben die Daumen.

Monate vergehen so, schreibend, überarbeitend, stockend, dann wieder fliegend. Lange Tage am Schreibtisch und durchwachte Nächte. Und plötzlich – ein Wunder, jedes Mal wieder - ist der letzte Satz geschrieben und ich habe Pause. Nun lesen die Testleser und meine Lektorin lektoriert. Bevor es ans Überarbeiten geht, sieht mein Schreibtisch sehr leer aus ...