„Klönne ragt aus dem üblichen Mittelmaß heraus, weil sie nicht nur souverän mit einem ausgeklügelten Plot, beklemmender Spannung und authentischer Atmosphäre aufwartet, sondern vor allem großartig erzählen kann.“

VERDI PUBLIK

Über das Schreiben

Schreiben ist – wie jede kreative Tätigkeit – ein Prozess voller Wunder – und harte Arbeit. Literarisches Schreiben ist Erfinden, ein Spiel mit dem Was-wäre-wenn. Das erfordert Ruhe, Konzentration, Disziplin, Handwerk und jede Menge Vertrauen in die Mächte der Fantasie. Manchmal hilft mir auch Musik. Oder eine Joggingrunde.

Der Großteil meiner Texte entsteht am Computer. Wenn ich Ideen entwickele oder redigiere, tue ich das am liebsten per Hand, mit Füller oder Bleistift. Außerdem gehe ich selten ohne ein Notizbuch aus dem Haus.

Distanz und Nähe

Rein praktisch beginnt mein Arbeitstag morgens damit, dass ich zunächst die Seiten des Vortags überarbeite, und das heißt meistens: Kürzen. Ich schreibe chronologisch, Szene für Szene, etwa vier bis fünf Manuskriptseiten pro Tag. Der Plot jedes Romans ist vorab fix und fertig entwickelt, ebenso die Biografien der Figuren. Auch der Großteil der Recherche ist abgeschlossen, wenn ich mit dem Schreiben beginne.

Doch manchmal ist alles anders, dann hänge ich fest, grübele, schlafe schlecht oder gar nicht. Dann stehe ich mitten in der Nacht wieder auf und gehe zurück in mein Arbeitszimmer. In solchen Phasen suche ich etwas: Eine Verbindung, ein Puzzleteil, den richtigen Ton. Ich blättere in meinem Manuskript, notiere Ideen, verwerfe sie wieder – solange, bis sich die Blockade oder das Rätsel gelöst hat und ich wieder weiter schreiben kann.

Ich erzähle meine Geschichten strikt aus den Perspektiven meiner Hauptfiguren, bleibe also während des Schreibens mit ihnen auf Augenhöhe. Jede Figur hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Stil, ihre eigene Motivation, die ich mir beim Schreiben zu eigen mache.

Ebenso wichtig ist es dann wieder, mich mit der Distanz und Strenge einer Regisseurin um Spannungsbögen, Gesamtkonzept, literarischen Stil und all das andere zu kümmern, das aus einer Reihe Szenen einen stimmigen Roman macht.