"Auf dem Bahnsteig läuft ihm Kollegin Krieger entgegen, einen dampfenden Pappbecher in der Rechten, eine ihrer stinkenden Selbstgedrehten im Mundwinkel. Ihr Ledermantel ist dunkel vor Nässe, das Haar klebt an ihrem Kopf, was ihr den Charme einer ertrinkenden Katze verleiht - eine Tatsache, die sie nicht weiter zu stören scheint."

NACHT OHNE SCHATTEN

Die Kommissarin

Sie ist eigensinnig und verletzlich. Klug und intuitiv. Leidenschaftlich und hartnäckig. Sie hört 70er-Jahre-Rock, sieht aus wie ein Hippie und träumt von Gerechtigkeit - wohl wissend, dass es die selten gibt. Sie lebt allein und schläft zu wenig, weil ihre Gespenster sie bis in die Nächte verfolgen: Die Opfer ungelöster Mordfälle. Die Täter. Und ihre ganz persönlichen Toten.

Judiths Kindheit war geprägt von zu vielen Umzügen und Abschieden. Ihr Vater ist in Kathmandu gestorben, als sie drei war, von ihrem Stiefvater bekam sie den Nachnamen. In schwachen Momenten fragt sie sich, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie immer noch ‚Engel’ mit Nachnamen hieße - so wie ihr leiblicher Vater.

Bei der Kriminalpolizei ist Judith oft die einzige Frau unter Männern – und als studierte Juristin eine Quereinsteigerin. Dennoch galt sie in der Mordkommission schnell als Topermittlerin. Bis zu dem Tag, als ihr bester Freund und Kollege sie bei einem Einsatz vertreten hat und dabei erschossen wurde. Seitdem ist Judith dünnhäutig und regelt die Dinge lieber selbst, auch wenn sie Gefahr läuft, dafür suspendiert zu werden. Nur sehr allmählich lernt sie anderen zu vertrauen, allen voran ihrem blonden, ungestümen, karategestählten Kollegen Manni Korzilius, der immer schon losrennt, wenn sie noch nachdenkt.

Name: Judith Krieger   Spitzname: die Krieger   Dienstgrad: Kriminalhauptkommissarin   Geboren: 10. Juni 1966 in Berlin-Wilmersdorf   Familienstand: Kein Ehemann, keine Kinder. Alleinlebend ohne Haustiere.   Vater: Thomas Engel, Jurastudent und Hippie, verstorben in Kathmandu, als Judith drei Jahre alt war.   Mutter: Eva, in zweiter Ehe verheiratet mit Wolfgang Krieger, der Judith adoptiert und ihr seinen Nachnamen gab.   Geschwister: Zwei Halbbrüder - die Zwillinge Edgar und Artur.   Größe: 1,71 m   Gewicht: ca. 60 kg (Judith besitzt keine Waage).   Augenfarbe: grau mit blautürkisfarbenem Rand um die Iris.   Haarfarbe: rotbraun, lockig, wild   Besondere Kennzeichen: Sommersprossen. Narben. Nicht nur am Körper.   Wohnort: Köln   Ausbildung: Jurastudium, Polizeischule, Mordkommission, Führungslehrgang, Leben.   Frühere Jobs: Barkeeperin, Zeitungsausträgerin, Nachtwächterin im Frauenhaus.   Sie liebt: 70er Jahre Rockmusik. Sommergewitter. Löwenzahn.   Sie hasst: Lügen. Abschiede. Frauenfeinde. Opportunismus.   Ihr Traum: Eine bessere Welt.   Ihr Stärken: Eigensinn. Intuition. Hinfallen und wieder aufstehen und weitermachen, auch wenn es wehtut.   Ihr Schwäche: Eigensinn. Alleingänge. Misstrauen. Melancholie.   Bester Trick im Verhör: Schweigen. Länger als alle anderen.